Am 03. und 04. September konnte der Gartenbauverein seine schon vor 2 Jahren geplante Fahrt nach Böhmen endlich durchführen. Frühmorgens starteten 29 Teilnehmer mit einem Bus der Fa. Sturz Richtung Passau und erreichten nach einem kräftigen Frühstück in Kirchdorf a. Inn und dem Grenzübergang Philippsreut den Moldau-Stausee Lipno.

Hier entstand über die Jahre ein viel besuchtes Naherholungsgebiet für Wassersportler und Radler. Wenig später kamen wir in Krumau an und bezogen nach einem ersten Spaziergang durch die malerische Altstadt, unser Hotel „Goldener Engel“ am historischen Marktplatz.

Reisen des Gartenbauvereins

Zwei-Tagesfahrt nach Krumau in Südböhmen am 03./04. September 2022

Tag 1: Soyen – Passau – Phillipsreuth – Stausee Lipno – Cesky Krumlov/ Krumau

Tag 2: Stadt Hluboka – Besichtigung Schloß Hluboka (Frauenberg) – Besuch Glasbläserei, Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck


Während einer ausgiebigen Stadtführung konnten wir Krumau erkunden, das – ähnlich wie Wasserburg – aber von gleich 3 Flussschleifen der Moldau durchzogen wird. Die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und Häusern mit verzierten Barock- und Renaissance-Fassaden bietet eine Vielzahl an kleinen Läden, Geschäften, Kneipen und Cafes, so dass man gerne mehre Tage hätte dableiben wollen.

Die Stadt wird von der mächtigen Burg überragt, die sich über zwei Felsmassive erstreckt. Es war über Jahrhunderte ein Herrschersitz der Adelsfamilie der Schwarzenberger, welche die Burganlage über Generationen ausbauten und mit einer weitläufigen Parkanlage und sogar einem Barocktheater ausstatteten. Als Besonderheit gab es im Burggraben zwei echte Braunbären zu bewundern. Passend zu den mittelalterlichen Eindrücken der Burg gab es zum Abschluss des Tages ein rustikales Abendessen in einem Gewölbekeller.

Am Sonntag fuhren wir über Budweis und vorbei an der berühmten Brauerei zum Schloss Hluboka (Frauenberg). Die ursprüngliche Burg auf einem Bergrücken über der Moldau gehörte erst zur böhmischen Krone und wurde 1661 von der Adelsfamilie Schwarzenberg übernommen. Die Anlage wurde erst barockisiert und ab 1840 zu einem Renaissance-Schloss im Tudorstil nach englischem Vorbild umgebaut, daher auch die Ähnlichkeit mit Schloss Windsor. Bei einer Führung konnten wir die prunkvollen und bestens erhaltenen Innenräume bestaunen, v.a. die aufwändigen Schnitzereien an Wänden und Decken. Höhepunkte der kostbaren Ausstattung waren venezianische Kronleuchter aus Muranoglas, wertvolle Gemälde, die große Waffensammlung und die reich ausgestattete Bibliothek. Dass die Herrschaften gerne zur Jagd gingen, war an den unzähligen Hirschgeweihen im Treppenhaus und sogar den Außenwänden im Innenhof deutlich zu sehen.

Beeindruckt von diesem Prunk und auch etwas nachdenklich über die Anhäufung von Reichtum dieser Familie über die Jahrhunderte, ging es dann weiter durch den Böhmerwald Richtung Heimat. Nach einer Kaffeepause in Freyung und mit vielen tollen Eindrücken und Fotos im Gepäck, erreichten wir wieder Soyen. Ein herzlicher Dank an Rosi Landstorfer für die Vorbereitung und Organisation der interessanten Fahrt!

Zenta Zacherl