Der Bund Naturschutz (BUND) warnt alle Verbraucherinnen und Verbraucher: Im Jahr 2023 enthielten 73 Prozent der bienenfreundliche Pflanzenproben, die bei den Handelsunternehmen (Gartencenter, Baumärkte und Lebensmittelmärkte) zum Kauf angeboten wurden, eine Vielzahl von Pestiziden! Die meisten davon wiesen ein Pestizid-Cocktail auf, der für Tiere, Böden, Wasser und Menschen sehr schädlich ist.
Die massive, unkontrollierte Produktion mit intensivem Einsatz von Pestiziden hat negative Auswirkungen auf den Ort der Produktion, aber auch auf die Exportländer.

Die Menschen kaufen diese mit Pestiziden kontaminierten Pflanzen und pflanzen sie in ihren Gärten und Gemüsebeeten an, wodurch die Flächen ebenfalls kontaminiert und Tiere gefährdet werden.
Herkunft von Stauden
Die in Mitteleuropa angebotenen Zierpflanzen haben oft eine lange Reise hinter sich. Die Samen oder Jungpflanzen kommen häufig aus Ländern wie Ägypten, Äthiopien, Kenia, Costa Rica, Vietnam oder Thailand, die sich aufgrund ihres Klimas besonders für die Pflanzenzucht eigenen.
Pestizidbelastung: hoch bienengiftig
Der BUND untersucht jährlich Blühpflanzen aus dem Handel. Die Ergebnisse der Stichproben-Analyse sind jedes Jahr ähnlich schockierend. Wie auch in den vergangenen Jahren sind in 2024 fast alle getesteten Blumen mit mehreren Pestiziden versetzt. Pro Pflanzen wurden durchschnittlich 6,5 verschiedene Pestizide festgestellt. Insgesamt wurden im Labor 38 verschiedene Pestizide identifiziert. Fünf der nachgewiesenen Stoffe gelten als hoch bienengiftig. Mehr als die Hälfte aller getesteten Blumen enthielten mindestens einen der hochgiftigen Stoffe. Es handelt sich dabei um folgende Wirkstoffe:
- Acetamiprid
- Deltamethrin
- Flupyradifurone
- Indoxacarb
- Lambda-Cyhalothrin
Anzahl der Pestizide pro Stauden
- Gänsekresse 22
- Lavendel 18-5
- Schopflavendel 13-4
- Islandmohn 7
- Lupine 7
- Blaukissen 7-3
- Phlox „Purple Beauty“ 6
- Goldmarie 6
- Winterbohnenkraut 5
- Salbei 4
- Gold-Fingerkraut 4
- Zitronenthymian
- Akelei 0
BUND Tipps für echte bienenfreundliche Garten
So vermeiden Sie Pestizide in Zierpflanzen
- Kaufen Sie Bio-Pflanzen oder Zierpflanzen in regionalen Gärtnereien. z. B Staudengärtnerei im Thal
- Bevorzugen Sie heimische Pflanzen.
- Pflanzen Sie mehrjährige Stauden. Die blühen mehrere Jahre und müssen nicht jedes Jahr aufs Neue gekauft werden.
- Machen Sie selbst Ableger aus Stecklingen.
- Ziehen Sie Blühpflanzen selbst aus Bio-Samen oder aus Samen, die Sie selbst gewonnen haben.
- Nutzen Sie Pflanzen- und Samentauschbörsen, z. B unser Staudentausch.
- Verzichten Sie in Ihrem Garten auf Pestizide. Stärken Sie stattdessen Ihre Pflanzen mit Jauchen und locken Sie tierische Nützlinge an.