28.06.2025

Der Tagesausflug nach Dorfen war eine angenehme Überraschung. Es wird oft gesagt, dass „Hausheilige keine Wunder vollbringen“, aber die Verdienste von Dorfen waren für alle sichtbar.
Der Vormittag in der Gärtnerei von Siegfried Lex war den mediterranen und trockenheitstoleranten Pflanzen gewidmet, einem zunehmend wichtigen Faktor für die Resilienz von Gärten.
Der Inhaber führte mit viel Herzblut durch die Gewächshäuser und die verschiedenen Gartenbereiche, beantwortete viele Fragen und erklärte die Pflanzungsmöglichkeiten.
Die Trockenmauern wurden von allen begrüßt, ebenso wie das Beet mit Trockenheitsstauden – Euphorbia characias (Mittelmeer-Wolfsmilch), Dianthus carthusianorum (Karthäuser-Nelke), Gaura lindheimeri (Prachtkerze), Melica ciliata – Wimper-Perlgras, heimische), Euphorbia myrsinites (Walzen-Wolfsmilch). Im Gewächshaus gab es auch Pfirsichbäume und einen riesigen Feigenbaum.

Nach dem Mittagessen im Waitlbräu gab es eine Führung durch Dorfen. Ein junger Dorfener erzählte einige interessante Geschichten und Kuriositäten aus Dorfen.
Die Ursprünge sind sehr alt, aber im Mittelalter hatte Dorfen durch den Markt eine große Bedeutung. Der mittelalterliche Marktflecken war ein Knotenpunkt zwischen Erding, Landshut, Mühldorf und Wasserburg. Jedes Gebäude war ein Gasthaus und die Fassade an der Hauptstraße erinnert an diese Zeit. Zur gleichen Zeit gab es eine jüdische Gemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Amerikaner in Dorfen ein Zentrum für vertriebene Juden ein. Die Verwaltung des jüdischen Komitees, ein Gebetsraum, eine Bibliothek und ein Aufenthaltsraum befanden sich im großen Wohnheim „Zum Jakobmayer“ (Unterer Marktplatz 34).
Die heutige Rathaus-Apotheke heißt so, weil sie das Gebäude des alten Rathauses war.

Dann hieß es Abschied nehmen und auf zur Adlstraß‘. Die sanften Hügel und die Präsenz der Zedern erinnern an die Toskana, besonders bei der Ankunft auf dem Anwesen von Matthias Tafelmeier. Begrüßung durch Hildegard Pritscher, die das junge Paar in das Projekt einführt. Der Lavendel und seine Produkte – Hydrolat und ätherisches Öl sowie die riesige Aroniaplantage. Wir besichtigten die Nebengebäude, die Betriebe – zum Beispiel die für Lavendel geeignete Erntemaschine. Beeindruckend sind auch die Walnuss- und Kastanienplantagen sowie die bereits in Produktion stehenden Kirschbäume.
Die Besichtigung des Lavendelfeldes wurde von Matthias durchgeführt, der den lockeren Boden und die verwendete Lavendelsorte – Lavandula angustifolia – erläuterte, die ausgesät wurde, um durch Kreuzungen eine größere Artenvielfalt zu erreichen.
Dann war noch Zeit für Kaffee, Aroniasaft und Kuchen. Hildegard schenkte Lavendel-Sahne ein, hergestellt aus Hydrolat. Eine Delikatesse!

Einladung

Das Gebiet nördlich der Isen, beginnend im Raum Dorfen-Schwindegg bis zur Donau, wird als tertiäres Hügelland bezeichnet. Aufgrund seiner langgezogenen Hügel und seiner landwirtschaftlichen Nutzung mit unterschiedlichsten Feldfrüchten wird es manchmal auch „Bayerische Toskana“ genannt.

Abfahrt in Soyen am Schulparkplatz um 8.30 Uhr.

 Erstes Ziel ist eine ganz besondere Gärtnerei in Dorfen.

Siegfried Lex ist Eigentümer eines 4500 m² großen Gartens, der sowohl mediterrane Bereiche mit Sukkulenten als auch unterschiedliche Stauden und große Rhododendren beherbergt. Auch 75 Obstbäume als Spindelbüsche, zahlreiche Zitrusgewächse und verschiedene Kübelpflanzen sind in diesem sehenswerten Garten zu bestaunen.

Zum Mittagessen können wir gut zu Fuß den Marienplatz erreichen, wo uns der Waitlbräu mit seinen Schmankerln verwöhnen wird.

Bildnachweise: Dorfen Fotos bei Stadt Dorfen

Nach dem Essen haben wir noch Zeit, den schönen Marktplatz von Dorfen zu erkunden, bevor uns der Bus gegen 14.30 Uhr nach Adlstraße zum Lavendelbauern Matthias Tafelmeier bringt.

Bildnachweise: Bild von Matthias Tafelmeier, Adlstrasse

Der gelernte Landschaftsgärtner möchte sein Land enkeltauglich gestalten, nachhaltig erlebbar machen und der Natur zurückgeben, was ihr gehört. Dazu hat er ein Landschafts-Paten-Projekt aufgestellt und einen Verein gegründet. Mit der Unterstützung seiner Mitglieder hat er schon viele Projekte verwirklicht wie den Anbau von Aroniabeere und Hanf oder die Aufbereitung von Spezialkompost für einen gesunden Boden. Dort werden wir bei Kaffee und Kuchen den Nachmittag am Bauernhof ausklingen lassen.

Rückkehr nach Soyen gegen 18.00 Uhr.


Kosten: 45 €/Person (Busfahrt und Führungen)
Anmeldung durch Einzahlung bis spätestens 7. Juni auf das Konto des Gartenbauvereins IBAN DE59701695240000433411 mit Angabe des Namens, Stichwort „Bayerische Toskana“.
Infos bei Rosmarie Landstorfer, Tel. 01514 1285955.