Sa 18.04.2026 | ab 15 Uhr

Zur Feier des 10-jährigen Jubiläums der Staudengärtnerei im Thal bieten Christian und Susanne Müller drei Veranstaltungen zu drei verschiedenen Themen an, die ganz sicher von ihren gesammelten Erfahrungen sowie vom Feedback, den Fragen und der Neugier der Kunden und aller Staudenliebhaber inspiriert sind.
Die erste Veranstaltung fand am 18. April statt und stand unter dem Motto „KRÄUTERVIELFALT“.

Der vorbereitete Rundgang umfasste 8 Stationen mit verschiedenen Gruppen oder Familien von Kräutern, die sich durch bestimmte Eigenschaften, Verwendungszwecke oder Sorten auszeichnen. Es wurden zahlreiche Tipps und Tricks zur Verwendung in Tees, Erfrischungsgetränken, Stärkungsmitteln sowie zur Dekoration von Gerichten, Desserts oder zur Verfeinerung von Salaten und Süßspeisen gegeben.

Station 1 – Basilikum

Ausgewählte Pflanzen: Buschbasilikum, Strauchbasilikum African Blue, Thai-Basilikum, Griechisches Basilikum, Basilikum Gorbatchov, Tulsi-Basilikum.

Verschiedene Arten der Basilikum-Familie, einige einjährige Sorten, andere mehrjährige, jedoch nicht in unserer Region. Tulsi gilt als heilig und wird für Tee verwendet; Buschbasilikum ist kleiner, kompakter, sehr aromatisch und ertragreich. Strauchbasilikum lässt sich nicht leicht überwintern, da es Temperaturen um die 8 °C und Licht benötigt. Ein Keller oder eine Garage sind nicht geeignet, und das Gewächshaus muss beheizt werden. Dennoch ist es ein Magnet für Bienen, und die Blüten sind zudem essbar. Die Blüten zu trocknen, zu Pulver zu verarbeiten und über Salate, Suppen oder Gerichte zu streuen, ist eine Delikatesse.

Station 2 – „Trinkbar“ und Tee-Kräuter

In dieser Gruppe gehörten die ausgewählten Pflanzen alle zu den Gattungen Melissa, Verbena und Mentha.

Es wurde zwischen Mentha piperita und Mentha speciosa unterschieden, wobei erstere einen höheren Mentholgehalt hat. Eine weniger kräftige piperita-Sorte ist die Bergamotte. In der Region kommt M. piperita Klosterbeuern häufig vor. Die M. speciosa-Sorten sind milder und empfehlenswert, wie beispielsweise die Sorte Maroko.

Zitronenverbene ist zwar winterempfindlich, lässt sich aber in einer Garage überwintern, da sie kein Licht benötigt. Ihr Aroma ist am intensivsten, wenn sie frisch verwendet wird.

Zitronenmelisse ist an die Region angepasst und keine anspruchsvolle Pflanze.

Die Nepeta cataria var. citriodora, Echte Katzenminze, bietet die Möglichkeit, die kleinen Blätter in Salaten zu verwenden.

Zwei weitere Besonderheiten sind: Anis-Ysop, sehr bienenfreundlich.

Station 3 – Die Klassiker

Die Nachfrage nach Kräutern ist zurückgegangen, trotz ihrer Bedeutung für die Ökosysteme, der Vielfalt des Angebots und der Vielseitigkeit ihrer Anwendungen und Verwendungsmöglichkeiten in der Küche.
In dieser Station stehen Artemisia, Hyssopus, Majoran, Oregano, Rosmarinnus und die Allium-Arten im Mittelpunkt.

Bei den Artemisia-Arten wurden interessante Pflanzen wie die Artemisia-Cola-Spezi und der französische Estragon hervorgehoben. Das Origanum heracleoticum für die Pizza, der Majoran für die Wurst. Der Hyssopus ist ein Klassiker von Hildegard von Bingen, aber wenig bekannt und sehr vielseitig, auch als Staudenbegleiter.

In der Kategorie der Allium-Arten wurde über die Luftzwiebeln (A. cepa var. proliferum) und die Winterheckezwiebeln (A. fistulosum) gesprochen, die viele für gleich halten, die aber unterschiedliche Pflanzen mit interessanten Besonderheiten bei der Vermehrung sind.

A. schoenoprasum ist für Einfassungen äußerst empfehlenswert, z. B. die Sorte Forescate Riesen.

Rosmarinus ist ein mediterranes Kraut, das gut durchlässigen, trockenen Boden mag. In unserer Region ist es wichtig, an einem windgeschützten Standort zu pflanzen, da die Pflanze im Winter aktiv bleibt und durch den trockenen, von Erosion betroffenen Boden verdurstet. Die Wurzeln müssen tief wachsen, die Pflanze benötigt guten Winterschutz und mäßige Bewässerung, auch im Winter, da sie nicht in vollständige Ruhephase geht. Der Schnitt erfolgt nach Bedarf für den Verbrauch. Mit dem saisonalen Schnitt sollte gewartet werden, bis sich die Knospen am holzigen Teil zeigen und keine Frostgefahr mehr besteht (Ende April oder Mitte Mai), dann sollte tiefer geschnitten werden. Diese Regel gilt für alle holzigen mediterranen Kräuter: Lavendel, Currykraut.

Es wurde auch noch kurz auf den Meerrettich eingegangen, der mit einer Vermehrungsrate von 100 % die erfolgreichste Pflanze in der Gärtnerei ist. Wie allgemein bekannt ist, lässt sich die Pflanze mit einem Stück Wurzel vermehren. Es wird empfohlen, sie im Topf zu kultivieren. Der Wurzelstock ist der für den menschlichen Verzehr bestimmte Teil, aber auch die jungen Blätter haben einen exquisiten Geschmack.

Station 4 – Heilkrauter

Eine Auswahl an Heilpflanzen, die aufgrund ihrer Verwendung in Tinkturen, Balsamen, Tees usw. beliebt sind.

Artemisia annua (einjähriger Beifuß), Malva sylvestris (Wild-Malve), Tanacetum parthenium (Mutterkraut), Symphytum officinalis (Beinwell), Angelica archangelica (Echte Engelwurz), die phototoxisch ist und eine Höhe von bis zu 200 cm erreichen kann, Hypericum perforatum (Johanniskraut), Valeriana officinale (Baldrian), Alchemilla xanthoclora (Frauenmantel), Stachys officinalis (Echter Ziest), Carum carvi (Kümmel), Leonurus cardiaca (Herzgespan), der Schmetterlinge anzieht und sich leicht aussäen lässt. Da Arnica montana in unserer Region nicht überlebt, gibt es die amerikanische Alternative: Arnica chamissonis, eine wilde Sorte.

Station 5 – Essbare krauter

Das Ziel dieser Station war es, essbare Kräuter zusammenzustellen, die sich zur Dekoration von Gerichten und Desserts eignen, sei es frisch, getrocknet oder kandiert.

Die Familie der Viola, zum Beispiel Viola tricolor oder Viola sororia.

Die Rosa glauca hat das ganze Jahr über schönes Laub, bringt essbare Blüten hervor und trägt im Herbst und Winter Hagebutten.

Die Monarda, auch Indianernessel genannt, ist bekannt für ihre Verwendung in Tees und Desserts und verleiht Gerichten und Salaten Farbe.

Erwähnenswert ist auch die Hemerocalis, die Taglilie, deren Blüten essbar sind. Ebenso die Phlox zur Dekoration in verschiedenen Farbtönen.

Bellis perennis (Gänseblümchen) und Wildmalve sind weitere gute Wahlmöglichkeiten.

Zum Abschluss noch eine interessante Pflanze: Crambe maritima (Küsten-Meerkohl), ein zarter Zierkohl mit mildem Geschmack, der roh gegessen und mit Blattsalaten und Gemüse kombiniert werden kann. Nicht zu verwechseln mit dem mehrjährigen Kohl.

Station 6 – Lavendel & Co.

An dieser Station fand man Lavandula, zum Beispiel L. angustifolia Hidcote Blue, eine kompaktere Sorte mit intensivem Blau.

Santolina rosmarinifolia (Oliivenkraut), Helichrysum italicum (Currykraut).

Außerdem das Duo Erdbeeren und Rhabarber.

Bei den Erdbeeren wurden folgende Sorten hervorgehoben: Mara des Bois; Monatserdbeeren ohne Ausläufer, geeignet für den Schatten, Nascherdbeeren; Korona mit großen Früchten für Kuchen.

Rhabarber muss gut versorgt werden, im Sommer sammelt er Energie für den Winter, die Blüten sollten entfernt werden. Bei jungen Pflanzen ist es besser, zwei Jahre zu warten, bevor man erntet. Wählen Sie den Standort im Garten sorgfältig aus; ideal ist eine Ecke, wo er ungehindert wachsen kann, da er Platz benötigt und es nicht mag, den Standort zu wechseln. In Hochbeeten oder Töpfen gedeiht er nicht gut. Goliath ist eine riesige, sehr ertragreiche Sorte mit weniger Oxalsäure.

Station 7 – Salbei-Familie

Eine kleine Auswahl an Salvia-Arten. Natürlich die Klassiker: Salvia officinalis, der Gartensalbei, wobei die Sorte „Major“ der Inbegriff dieser Gattung ist.

Die Sorte S. officinalis „Marzipan“ ist süßer, kompakter, aber auch empfindlicher und hat eine schöne Blüte.

Die Salvia sclarea, Zweihärige, verbreitet sich im Garten leicht, da sie reichlich Samen bildet. Sie ist ein Magnet für Bienen und duftet intensiv. Die breiten Blätter können in Pfannkuchenteig gebacken werden.

Eine nicht winterharte Art ist die S. microphylla (Johannisbeere Salbei), die aus Südamerika, Mexiko, stammt. Mit etwas Sorgfalt lässt sie sich im Winterquartier halten. Aufgrund ihres Aromas sehr empfehlenswert für Cocktails und Erfrischungsgetränke.

Um das Wissen über Salvia zu vertiefen, gibt es in Freiburg eine Gartensalbei, Frank’s Salvias – Gärtnerei in Umkirch bei Freiburg i. Br.

Station – Stecklingsproduktion

Beim Betreten des Gewächshauses konnte man die Station zur Stecklingsvermehrung vieler Pflanzen sehen. Es waren alles junge Pflanzen, die gerade Wurzeln bildeten.

Station 8 – Kräuter für den Schatten

Unter den besonders schattenverträglichen Kräutern wurden folgende vorgeschlagen: Myrrhis odorata (Süßdolde), Gallium odoratum (Waldmeister), Melissa officinalis – Zitronenmelisse, Fragaria vesca (Walderdbeeren). Natürlich ist auch Allium ursinum (Bärlauch) eine Option, aber er gedeiht nicht im Topf, weshalb er in der Gärtnerei nicht im Sortiment ist.