Sa 18.04.2026 | 9 – 13 Uhr
Da die Veranstaltung in der Gärtenerei in Attel stattfand, begrüßte Rainer Steidl die Teilnehmer und führte sie durch die Gärtnerei, wo am Eingang eine interessante Auswahl an Stauden zu sehen war.
Die Referenten stellten kurz die Konzepte der vegetativen Vermehrung sowie der Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung vor.
In Bezug auf Samen machten sie klar, dass man nicht immer eine Pflanze erhält, die den Exemplaren gleicht, da es in unseren Gärten keine Kontrolle gibt und es zu Kreuzungen kommen kann. Um sicherzustellen, dass die Pflanze der Mutterpflanze gleich ist, ist die Technik der Stecklinge sicherer. Die Teilung ist die einfachste Form der Vermehrung, bei der eine gesunde Pflanze geteilt und neu gepflanzt wird.
Beim Thema Samen muss die Keimfähigkeit beachtet werden.
Was den Steckling angeht, muss der Steckling gut vorbereitet werden (es kann sich um einen Kopf-, Teil- oder Steckling handeln) und die Blattmasse reduziert werden, damit sich die Pflanze auf die Wurzel konzentriert. Es ist auch wichtig, den Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren. Hierfür eignen sich Mini-Gewächshäuser oder einfach eine Plastiktüte. Mit zunehmender Entwicklung der Pflanze nimmt der Bedarf an Feuchtigkeit ab, und es ist eine Belüftung erforderlich, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Vermehrung ist das Substrat. Es ist sehr schwierig, in einem zu 100 % torffreien Substrat eine stabile Struktur, Luftigkeit und gute Drainage zu erreichen. Aussaaterde mit 10 % Torf macht bereits einen enormen Unterschied und ermöglicht die Vermehrung. Es gibt Alternativen, doch man muss sich bewusst sein, dass diese nicht ohne Nachteile für die Umwelt sind: Holzfasern, Kokosfasern, Mineralien, Kompost – sei es aufgrund hoher Transportkosten oder aufgrund der Energie, die bei der Herstellung verbraucht wird. Was unbedingt beachtet werden muss, ist die Verwendung von Regenwasser, wenn torffreie Erde oder eine eigene Mischung verwendet wird.
Bei der Topfpflanzerde stellt sich dieselbe Frage nach Luftigkeit, Struktur und Durchlässigkeit. Es empfiehlt sich, Blahton, Sand, Mineralbeton, Perlit und Quarzsand zu mischen, um die Mischung poröser zu machen. In diesem Fall kann die Mischung grobkörniger sein, da die Anbaufläche größer ist.
Das Substrat ist in der Tat wichtig, vor allem in Baumschulen; es muss den Pflanzen im Topf alles geben, solange sie dort bleiben.
Antworten auf einige Fragen oder Themen, die von den Teilnehmern angesprochen wurden:
Wurzelhormone sind in bestimmten Fällen bei Stauden wichtig, in unserem Fall jedoch nicht.
Moderne Rosen sind schwieriger zu vermehren als historische Rosen oder Wildrosen, da die meisten veredelt sind.
Anschließend wurden zwei Gruppen gebildet: eine für die Station „Säen/Pikieren“ und eine für die Station „Steckling/Teilung“.
An der Aussaatstation standen mehrjährige Stauden zur Verfügung – beispielsweise Salvia nemorosa, Echinacea purpurea, Phlomis russeliana oder die zweijährige Salvia sclarea. Alle erhielten Tipps: die Erde nicht verdichten, die Saattiefe einhalten, ein Samenkorn pro Zelle.
Das Pikieren zeigte Susanne Summerr am Beispiel von Kopfsalat.
An der Stecklingsstation wurde deutlich, wie man einen Steckling vorbereitet und warum man den größten Teil der Blattmasse unter und über der Erde entfernen sollte. Den Teilnehmern stand eine Auswahl an Pflanzen zur Vermehrung zur Verfügung: Geranium, Calamagrostis, Hemerocalis, jeweils mit einer unterschiedlichen Wurzel- oder Rhizomart.
Jeder Teilnehmer konnte die selbst vermehrten Pflanzen mit nach Hause nehmen. Eine produktive und aufschlussreiche Veranstaltung, bei der Gelegenheit bestand, Probleme und Schwierigkeiten bei der Vermehrung zu diskutieren und die von den Ausbildern zur Einsicht hinterlassene Literatur zu Stauden kennenzulernen.

Einladung
In einer kleinen Gruppe zeigen wir anhand ausgewählter Beispiele die gängigsten Methoden zur Staudenvermehrung und setzen sie sofort praktisch um. Substrat, Töpfe und Vermehrungsmaterial (Pflanzen und Samen) stehen bereit – eigene Samen oder Pflanzen können Sie gern mitbringen.
Bitte denken Sie an ein scharfes Stecklings- bzw. Gemüsemesser. Die von Ihnen selbst vermehrten Pflanzen dürfen selbstverständlich nach dem Kurs mit nach Hause genommen werden.
Termin: Sa 18.4.
Ort: Gärtnerei Attl
Uhrzeit: 9 – 13 Uhr
Leitung: Susanne Summerer, Daniel Richter
Anmeldung: 08031 392-3331
E-Mail: gartenkultur@lra-rosenheim.de