Bei herrlichem Sonnenschein und in perfekter familiärer Atmosphäre fand der Kurs „Veredlung von Obstbäumen“ im prächtigen Garten der Familie Mandl in Gröben statt.
Wie motiviert die 22 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren, zeigte sich schon daran, dass um 9 Uhr pünktlich und vollzählig begonnen werden konnte. Martin Landes, Obstbaumwart und Streuobstwiesenbeauftragter im Landkreis Rosenheim, und Daniel Richter, hauptangestellter Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, führten zunächst in die Theorie, also in die Trockenarbeit ein. Mit Kaffee, Kuchen und Butterbrezn gestärkt, begann dann nach der Mittagspause die praktische Arbeit: Es wurde veredelt und okuliert.
Beim Veredeln handelt es sich um eine Art Transplantation von einem Pflanzenteil auf eine andere Pflanze, sodass die transplantierte Pflanze quasi geklont wird. Das Okulieren ist eine der Veredlungsmethode: Eine Knospe wird vom ausgewählten Reis mit etwas Rinde in eine andere Pflanze eingesetzt.



Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei der Praxis von den beiden Experten sehr kompetent unterstützt. So zum Beispiel dabei, wie man eine Veredelung am etwa 30-jährigen Baum durchführt, nämlich indem man am besten an einem Zwei-Euro-Stück dicken Ast drei Edelreiser ansetzt. Das war auch schon vor einem Jahr hier so durchgeführt worden und es war faszinierend zu sehen, wie erfolgreich diese Veredelungen angewachsen waren.
Rosmarie Landstorfer, die Vorsitzende des Gartenbauvereins Rieden-Soyen, war begeistert von der Vielseitigkeit und fachlichen Qualität dieser gelungenen Fortbildung: „Wie schön, dass dieser Kurs so umfangreich geworden ist! Wir haben gelernt, an Wildlingen mit Reisern zu veredeln, und dass man sich selber einen Apfelbaum machen kann.“
Auch im kommenden Jahr möchte der Landkreis diesen besonderen Kurs in Soyen anbieten – dann zum vierten Mal, denn die beiden Experten fühlen sich hier richtig wohl und kommen gerne wieder. Der Dank der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und des Gartenbauvereins Rieden-Soyen geht an Familie Mandl, die diesen Kurs dank ihres großartigen Gartens erst möglich gemacht hat.